Geschichte von Korte

Geschichte von Korte

Im südwestlichen Teil Sloweniens, nahe der kroatischen Grenze und Portorož, steht das Dorf Korte, welches das Zentrum der ländlichen Umgebung von Izola, Ortsgemeinschaft und Pfarrgemeinde ist. Die Nähe des Meeres, das milde Klima, der fruchtbare Boden und die hervorragende Verteidigungslage haben schon seit prähistorischen Zeiten Menschen angelockt. Daher findet man hier die Spuren sämtlicher Epochen, sowie viele Arten von kulturellen Besonderheiten.

Auf Kašler über Korte stand eine vorgeschichtliche Festung, an der vorüber ein Weg über Istrien zwischen Süditalien und Mitteleuropa verlief (die apulische Route). Die Illyrer - Histrier haben von hier aus die Nordadria bewacht und Istrien vor den Römern verteidigt. Diese haben sie dann versklavt (davon zeugen römische Gräber, gläserne „Tränenfläschchen“, u.v.a.). Alte Geschichten erzählen, dass hier sogar das alte Izola stand (1165 Vertrag über Übersiedlung wegen der Gefahr hinter dem Meer).

Im alten Dorf bei Medoši lag das antike Albucianum - Boćan - Obićan - der Kreis mit einer reichen Geschichte (Byzanz, das Grafentum Gravisi, das Benediktinerkloster…). Hier war das Zentrum der Urpfarre (das Brachland Turen, die Ruinen der Kirche Sv. Nedelja). Das alte Dorf wurde durch die Pest im Mittelalter zerstört, danach wurde die Pfarre nach Korte umgesiedelt.

Der erste Teil von Korte war am „Pier“ hinter Pocudra (Brunnen) über dem Bach und dem Brachland Pil (Kapelle; Fons Antoniana 1280). Die Pfarre von Korte wird Mitte des 15. Jahrhunderts erwähnt (1435 Kirche des Hl. Antonius des Einsiedlers, 1468 Kustodie, glagolitischer Gottesdienst; Nachname Grbec). Auch der Protestantismus im 15. Jh. hinterließ Spuren, da der Bischof und „Abtrünnige“ von Koper Vergerius auf Čuki unter dem alten Dorf lebte (noch lebendig ist die Geschichte im Buch „Mrak eno jutrnja“, Tomizzas Roman „Il male viene dal Nord“).

Auch die anderen Dörfer dieser Pfarre und der Ortsgemeinschaft haben eine reiche Geschichte. Im Mittelalter haben sich westlich von Korte Juden angesiedelt, die aus Zentralitalien gekommen waren (Geta auf Malija, Nachname Bologna na Kocini). Vier Kilometer südlich von Korte wurde Anfang des 14. Jh. auf Šared die Kirche des Hl. Jakob erbaut, von wo aus Walfahrten nach Compostello (Spanien) unternommen wurden.

Das nationale Erwachen begann an der Wende des 18. ins 19. Jh. mit dem Niedergang von Venedig und der Ankunft des Franzosen (Benedettis Zeitalter: Bau einer großen Kirche mit Glockenturm – farovž -, Bau der “französischen Straße” ins Tal der Drnica). In 1815 wurde die Pfarre gegründet, 1819 die Volksschule, 1839 wurde der Glagolismus abgeschafft, in den Jahren 1870 bis 1919 die bessere Schule, die Ravnik–Orlov, Schule eingeführt. Nach Ende des ersten Weltkriegs (1918) folgte eine Periode der gewaltsamen Italienisierung und des Widerstands der Bevölkerung. Im Jahr 1939 bemalte Vergil Pittsheider die Kirche mit Fresken. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte eine fast 10-jährige Periode der jugoslawische Zone B und seiner Militärverwaltung und fast 40 Jahre des kommunistischen Jugoslawiens.

Kulturelle Besonderheiten: stolze Haltung der Gemeinschaft, Gesangstradition, reiche alte Bräuche, Volksliteratur, eigenartige Sprache, charakterisiert mit „weichem ć“ und ziemlich alte Wörter (v’z’m, sekrva, opasilo, šrajati, brum’n, doboto, tć’nica, grab’c, pašt’n, pir, postoli …), eigenartige Gerichte, welche die Einheimischen  mit Olivenöl oder zaseka (Schweineschmalz) (t’canje) abschmälzen; Mehlschwitze ist hier unbekannt. Die Speisekarte enthält viel Gemüse – besonders geschätzt werden „primicije“, wilder Spargel, Fenchel und Kräuter. Dass die Eigenheiten der istrischen Küche, mit Fisch und Wein, von einzigartigem Geschmack und Geruch sind und gleichzeitig heilen, muss nicht besonders betont werden. Davon können Sie sich selbst überzeugen – versuchen Sie sie in unserem Gasthaus, dem Gasthaus KORTE!